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Dirigenten / Riccardo Muti / Biographie

RICCARDO MUTI

Riccardo Muti wurde in Neapel geboren, wo er am Konservatorium »San Pietro a Majella« bei Vincenzo Vitale Klavier studierte. Er studierte Komposition und Dirigieren am Mailänder Konservatorium »Giuseppe Verdi« bei Bruno Bettinelli und Antonio Votto.
1967 gewann Muti – als erster Italiener - den prestigeträchtigen »Guido Cantelli«-Dirigierwettbewerb in Mailand. Im folgenden Jahr wurde er zum Chefdirigenten des »Maggio Musicale Fiorentino« ernannt, eine Position, die er bis 1980 innehatte.

Bereits 1971 wurde Riccardo Muti von Herbert von Karajan eingeladen, bei den Salzburger Festspielen zu dirigieren. Als Nachfolger von Otto Klemperer war Muti von 1972 bis 1982 Chefdirigent des Philharmonia Orchestra London, anschließend bis 1992 als Nachfolger von Eugène Ormandy music director des Philadelphia Orchestra.

Von 1986 bis 2005 war Muti Musikalischer Direktor des „Teatro alla Scala“. Unter seiner Leitung sind so wichtige Projekte wie die Mozart – Da Ponte Trilogie sowie Wagners kompletter Ring realisiert worden. Neben dem klassischen Repertoire brachte er viele weniger bekannte und vergessene Werke zur Aufführung, darunter hervorragende Werke der Neapolitanischen Schule des 18ten Jahrhunderts wie auch Opern von Gluck, Cherubini, Spontinti und zuletzt Poulencs “Les dialogues des Carmélites.” Mit dieser Produktion gewann Muti den beliebten „ABBIATI“- Kritikerpreis.

Die lange Zusammenarbeit mit der Scala wurde im Dezember 2004 mit der triumphalen Wiedereröffnung der renovierten Scala mit Antonio Salieri’s “Europa riconosciuta” gekrönt, ein Werk dass ursprünglich für die Eröffnung des Theaters 1778 komponiert wurde.

Während seiner außergewöhnlichen Karriere hat Riccardo Muti alle wichtigen Orchester der Welt dirigiert. Besonders eng ist er mit den Wiener Philharmonikern verbunden mit denen er seit 1971 bei den Salzburger Festspielen auftritt. Als er das Orchester anlässlich des 150-jährigen Bestehen des Wiener Musikvereins dirigierte, wurde ihm der Goldene Ring des Orchesters als Zeichen besonderer Wertschätzung und Anerkennung überreicht – eine Ehre, die bisher nur einigen wenigen Dirigenten zuteil wurde.

Im Jahr 2004 gründete Riccardo Muti das „Luigi Cherubini“ – Orchester, dessen Mitglieder die besten jungen italienischen Musiker sind.
Im Januar 2006 wurde Riccardo Muti zum Künstlerischen Leiter der Pfingstfestspiele in Salzburg ernannt.

Besonders wichtig ist Riccardo Muti soziales und humanistisches Engagement. Unter dem Motto »Le vie dell’Amicizia« (»Pfade der Freundschaft«) organisiert er gemeinsam mit dem Ravenna Festival Konzerte an Orten, die Symbol für problematische politische Ereignisse unserer Zeit sind: Sarajevo (1997), Beirut (1998), Jerusalem (1999), Moskau (2000), Jerewan und Istanbul (2001), New York (2002), Kairo (2003), Damaskus (2004), El Djem (2005). An diesen Orten musiziert Riccardo Muti gemeinsam mit Chor und Orchester des Scala, des »Maggio Musicale Fiorentino« und Musikern von »Europe United«, einem Ensemble, das sich aus Stimmführern und Solisten der wichtigsten Europäischen Orchester zusammensetzt.

Riccardo Muti ist »Cavaliere di Gran Croce« der Italienischen Republik, Träger der »Gran Medaglia d’Oro« der Stadt Mailand sowie des Bundesverdienstkreuzes. Er ist Mitglied der französischen Ehrenlegion und wurde durch Königin Elisabeth II. von England zum »Knight of the British Empire« erhoben. Das Mozarteum in Salzburg hat ihn für seine Verdienste um die Interpretation der Musik Mozarts mit seiner Silbermedaille ausgezeichnet. Riccardo Muti ist Ehrenmitglied der Wiener Hofmusikkapelle und der Wiener Staatsoper. Russlands Präsident Putin hat ihn mit dem Freundschaftsorden und der Staat Israel mit dem »Wolf«-Preis für Kunst ausgezeichnet.


Rudolf Barschai
     
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