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Violine / Daniel Hope/ Portrait

Der britische Geiger Daniel Hope ist weltweit berühmt für seine musikalische Vielseitigkeit und Kreativität. Im Januar 2007 unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon. 2004 erhielt Hope drei bedeutende Auszeichnungen für seine Aufnahmen der Konzerte von Berg und Britten: den Classical Brit Award in Großbritannien, den Deutschen Schallplattenpreis und den ECHO Klassik-Preis. Der fünfmal für einen Grammy nominierte Hope wurde im Oktober 2009 bereits zum fünften Mal mit dem ECHO-Preis ausgezeichnet. Seit 2009 ist er künstlerischer Partner der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern sowie, seit 2004, Associate Artistic Director des Savannah Music Festivals in den USA.

Die New York Times schrieb über Hope: „Man weiß nie, was der brillante junge britische Geiger Daniel Hope, der für seine mutigen Aufführungen zeitgenössischer Musik gefeiert ist, als Nächstes tun wird. Er hat mit Schauspielern bei Werken zusammengearbeitet, die Text und Musik verbinden, er hat sich indischer Musik und dem Jazz gewidmet [...] er spielt mit [...] bedingungsloser Intensität.“ Die Sonntagszeitung The Observer nannte Hope „den aufregendsten britischen Streicher seit Jacqueline du Pré“.

Daniel Hope besuchte die Highgate School in London und studierte bei dem russischen Pädagogen Zakhar Bron an der Royal Academy of Music, wo er sein Diplom (DipRAM) machte und als besondere Auszeichnung zum Associate (ARAM) und Fellow (FRAM) ernannt wurde. Im Alter von zehn Jahren spielte er mit dem Kontrabassisten Gary Karr im britischen Fernsehen Schostakowitsch. Im Jahr darauf lud Yehudi Menuhin ihn ein, mit ihm die Bartók-Duos für das deutsche Fernsehen aufzuführen. Es war der Beginn einer langjährigen musikalischen Partnerschaft, in deren Verlauf die beiden mehr als 60 gemeinsame Konzerte gaben, darunter auch Menuhins letztes Konzert am 7. März 1999 in Düsseldorf, bei dem Hope das Violinkonzert von Schnittke spielte.

Im April 2002 wurde Daniel Hope das jüngste Mitglied überhaupt des legendären Beaux Arts Trio, mit dem er in allen europäischen und nordamerikanischen Musikzentren auftrat und 2005 den 50. Geburtstag des Ensembles feierte. Der Boston Globe bezeichnete die Formation als: „vielleicht stärkste in der Geschichte des Trios“. 2007 erhielt das Ensemble eine Grammy-Nominierung. Nach über 400 Konzerten in seiner letzten Formation zog sich das Trio im September 2008 aus dem Konzertleben zurück.

Zu den Dirigenten, mit denen Hope bisher gearbeitet hat, zählen Kurt Masur, Christian Thielemann, Roger Norrington, Daniel Harding, Mstislaw Rostropowitsch, Sakari Oramo, Kent Nagano, Yehudi Menuhin, Michel Plasson, Rafael Frühbeck de Burgos, Jeffrey Tate, Eliahu Inbal, Vladimir Fedosseyev, Thomas Hengelbrock und Hans Graf. Er tritt regelmäßig mit den renommiertesten Orchestern auf, besonders zu nennen sind Orchester wie Israel Philharmonic, Gewandhausorchester Leipzig, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Münchner Philharmoniker, Orchestre National de France, Staatskapelle Dresden, Royal Philharmonic, Chamber Orchestra of Europe, Radio-Sinfonieorchester Wien, Philharmonia Orchestra, BBC Symphony, BBC Philharmonic, City of Birmingham Symphony Orchestra, Radio-Sinfonieorchester Moskau, Oslo Philharmonic sowie den Symphonieorchestern von Boston, Chicago, Toronto und Atlanta Symphony. Er hat in allen bedeutenden Konzertsälen der Welt gespielt, u. a. in der Carnegie Hall, der der Berliner Philharmonie, dem Leipziger Gewandhaus, dem Teatro Colón in Buenos Aires, dem Théâtre des Champs-Elysées in Paris, dem Amsterdamer Concertgebouw sowie in London im Barbican Centre, in der Wigmore Hall, in der Queen Elizabeth Hall und der Royal Albert Hall.

Hope leitet häufig Kammerorchester von der Geige aus, so das Chamber Orchestra of Europa (in Aufnahmen von Bach und Vivaldi), die Camerata Salzburg, das Kammerorchester Basel und das auf Originalinstrumenten spielende Ensemble Concerto Köln. Er hat mit Musikern verschiedenster Richtungen gearbeitet, darunter dem Sänger Sting, Bobby McFerrin, dem Tablaspieler Zakir Hussain, dem Kontrabassisten Edgar Meyer und dem Jazzpianisten Uri Caine. Sein für einen Grammy nominiertes CD-Projekt „East Meets West“ bietet von Ravi Shankar inspirierte Violinwerke.

Zu den Festivals, bei denen Hope bisher aufgetreten ist, zählen die Salzburger Festspiele, BBC Proms, Luzern, Tanglewood, Ravinia, Colmar, Schleswig-Holstein, Vail (USA), Feldkirch, Gstaad, Bath, Rheingau, Mecklenburg-Vorpommern (u.a. 2006 als erster „Preisträger in Residence“ des Festivals), Schubertiade Schwarzenberg, Klangbogen-Festival in Wien, Spannungen-Festival Heimbach und Carinthischer Sommer. Unter seinen Kammermusik-Partnern befinden sich Menahem Pressler, Yuri Bashmet, Sebastian Knauer, Anne Sofie von Otter, Thomas Adès, Lynn Harrell, Kristian Bezuidenhout, Katja und Marielle Labèque, Tabea Zimmermann, Mark Padmore, und Philippe Entremont.

Daniel Hopes Engagement für zeitgenössische Musik wird durch enge Kontakte zu mehreren großen Komponisten unterstrichen. So plante er beispielsweise mit Alfred Schnittke das Festival „Schnittke at 60“ an der Royal Academy of Music in London im März 1994. Im März 2003 spielte Hope auf der Londoner South Bank die Uraufführung von Schnittkes neu entdeckter Sonate 1955, die auf der Warner-CD „East Meets West“ erschien. Er hat mit Komponisten wie Kurtág, Gubaidulina, Penderecki, Turnage und HK Gruber zusammengearbeitet. Im April 1995 arbeitete Hope mit Toru Takemitsu an der Aufnahme von dessen Violinkonzert „Nostalghia“, das zusammen mit den Konzerten von Kurt Weill und Schnittke im Februar 1999 bei Nimbus Records auf CD erschien (NI 5582). Seine zweite CD – mit Werken von Schostakowitsch, Schnittke, Pärt und Penderecki – wurde von Nimbus im März 2000 veröffentlicht. Stephen Johnson vom BBC Music Magazine schrieb darüber: „Ich habe nie eine überzeugendere Aufführung der Schostakowitsch-Sonate gehört – nicht einmal von David Oistrach.“

Daniel Hope gibt auch neue Werke in Auftrag. Dazu gehören das Violinkonzert „Ballad of Ariel“ von Jan Müller-Wieland, das im September 2002 in Berlin uraufgeführt wurde, sowie ein Stück des britischen Komponisten Huw Watkins. Roxanna Panufnik komponierte ein Violinkonzert mit dem Titel „Abraham“ für Hope, das dieser im März 2005 beim Savannah Festival zur Uraufführung brachte; im Namen des Beaux Arts Trios hat Hope bei György Kurtág, Mark-Anthony Turnage, Uri Caine und Jan Müller-Wieland Werke für Klaviertrio in Auftrag gegeben. Im März 2008 spielte Hope in Savannah mit dem Police-Schlagzeuger Stewart Copeland die Uraufführung von dessen „Celeste“ für Violine und Schlagzeug.

Von 2004 bis 2006 machte Hope acht preisgekrönte Alben für Warner Classics, u.a. die Welt-Ersteinspielung der kritischen Ausgabe des Violinkonzerts von Alban Berg und das Konzert von Benjamin Britten mit dem BBC Symphony Orchestra unter Paul Watkins (veröffentlicht im Frühjahr 2004). Vorausgegangen war Hopes Uraufführung der kritischen Ausgabe des Berg-Konzerts im Oktober 1996 in Wien mit ausdrücklicher Genehmigung der Alban Berg Stiftung. Im Londoner Sunday Telegraph schrieb Michael Kennedy über das Album: „Es sind herrliche Aufführungen [...] ich glaube nicht, dass ich je eine bessere Interpretation des Konzerts von Berg gehört habe. Hope spielt nicht nur mit technischer Perfektion, sondern bringt auch den ergreifenden emotionalen Gehalt voll zum Ausdruck.“ Warner veröffentlichte auch Hopes Weltersteinspielung von John Foulds „Apotheosis – in memoriam Joseph Joachim“ mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Leitung von Sakari Oramo; eine Mozart-CD mit Sir Roger Norrington, dem Pianisten Sebastian Knauer und der Camerata Salzburg; die beiden Violinkonzerte von Schostakowitsch mit dem BBC Symphony Orchestra unter Maxim Schostakowitsch; und die Bach-Konzerte mit dem Chamber Orchestra of Europe unter Hopes eigener Leitung.
2007 machte er seine ersten Aufnahmen als Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon: das Mendelssohn-Konzert mit dem Chamber Orchestra of Europe, das den belgischen Prix Caecilia erhielt, und das Album „Terezín / Theresienstadt“ mit Anne Sofie von Otter und Christian Gerhaher, das mit dem französischen Diapason d’Or ausgezeichnet wurde. Im Herbst 2008 erschien bei der Deutschen Grammophon seine Aufnahme mit Werken von Vivaldi (ohne die ‚Vier Jahreszeiten’) mit Musikern des Chamber Orchestra of Europe, die mit Hopes fünftem ECHO Klassik geehrt wurde. Im September 2009 kam bei der Deutschen Grammophon die neue CD „Air - a baroque journey“ auf den Markt.

Einen Teil seiner Zeit widmet Daniel Hope themenbezogenen Projekten. Im September 2007 erschien im Rowohlt-Verlag sein erstes Buch: in deutscher Sprache veröffentlichte Erinnerungen mit dem Titel „Familienstücke - eine famliäre Spurensuche“. Im Herbst 2009 wurde sein zweites Buch veröffentlicht, ebenfalls beim Rowohlt-Verlag. Es trägt den Titel: „Wann darf ich klatschen? Ein Wegweiser für Konzertgänger“. Beide Büche waren auf der „Spiegel“–Bestseller-Liste. Er schreibt auch Konzept-Skripte und ist zudem ein gefragter Rundfunk- und Fernsehmoderator. Aus der engen Zusammenarbeit mit dem Schauspieler und Oscar-Preisträger Klaus Maria Brandauer ging eine Reihe außerordentlich erfolgreicher Projekte hervor, beispielsweise „War and Pieces“ und „Mozart Unplugged!“; andere Veranstaltungen mit Texten und Musik von Hope waren etwa „An Audience with Beethoven“ mit Mia Farrow sowie Kammermusik und Gedichte aus dem Konzentrationslager Theresienstadt unter dem Titel „Forbidden Music“.

Im Januar 2010 spielte Daniel Hope im Plenarsaal des Deutschen Bundestages im Berliner Reichstagsgebäude auf Einladung des Bundestagspräsidenten im Rahmen einer Gedenkstunde an die Opfer des Nationalsozialismus eine eigens von ihm arrangierte Bearbeitung von Maurice Ravels Lied „Kaddish“ in Anwesenheit des israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres, von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

     
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